Junger Held – und schon Legende. Kein Deutscher vor ihm blickt mit 27 Jahren auf solch eine Karriere zurück. Bill Kaulitz, ein Pop-Nomade, vagabundierend zwischen Berlin und Los Angeles. Ein Gespräch über sein Leben und die Sinnsuche

fotos THOMAS LEIDIG text NADINE BARTH
produktion ALEXANDER SEEBERG-ELVERFELDT

Geduldig ist das erste Wort, das mir einfällt, als ich Bill Kaulitz im Studio sitzen sehe. Er wird gerade geschminkt. Spitze Knie staksen aus der Jeans mit Löchern heraus. Sie ist unten hochgekrempelt, man sieht nackte Fesseln. Zu seinen Füßen liegt eine braun-weiß gescheckte Bulldogge: „Das ist Pumba. Er wollte heute gar nicht aufstehen.“ Bills Stimme ist warm und offen.

„Hast du ihn schon lang?“, frage ich und setze mich auf den Platz vor das Haarequipment. Ich weiß, dass Pumba in der Hitliste der süßesten Promi-Haustiere ist. Auf Instagram gibt es eine ganze Galerie mit Bildern der zwei beim Kuscheln. Und ein eigenes Video zu seinem ersten Geburtstag bekam er auch.

„Drei Jahre. Ich habe ihn mit acht Wochen bekommen. Er ist von der Art so süß, die sind so voller Liebe. Manchmal sitzt er da und guckt mir tief in die Augen, das ist wie ein ,Hug‘.“

Mit der Visagistin unterhält sich Bill über Tattoos. Dass die nach einigen Jahren verblassen, vor allem die schwarzen. Sie hat auch eines auf der Hand. Eine Kette mit Kreuz baumelt darüber. Er zeigt ihr seine Hände und den Unterarm: Freiheit 89 steht da. Mit Schnörkel. Eine Referenz an seine Mutter. Als sie mit den Zwillingen schwanger war, stand die Mauer noch. Bill schließt die Augen, lehnt sich zurück. Die Visagistin tupft sein Gesicht mit einer Paste von Bobbi Brown ab. „Brauchst du noch irgendwas mehr?“, fragt sie und rasiert noch ein paar Stoppeln an der Stirn weg.
Bill schaut sich prüfend an: „Ne, passt sonst alles.“ Er steht auf, beugt sich näher zum Spiegel, zupft jetzt an seinen Haaren herum. Jede einzelne Strähne mit Bedacht.

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